3 Akte – Das stumme Lied vom Eigensinn

von Antje Töpfer

Tag 5, Fr 7.4.

19:00 – 20:15


JES

Figurentheater

Karten

Regie: Stefanie Oberhoff
Ausstattung, Spiel: Antje Töpfer
Musik, Komposition: Christoph Mäcki Hamann
Produktionsleitung, Licht: Florian Feisel
Vorangegangene szenische Forschungsarbeiten mit: Katja F.M. Wolf (Choreografie bei unFOLD), Florian Feisel (Begleitung bei unCOVER), Anna Peschke (Leitung von reBONE)

Die Facetten des Figurentheaters im Umgang mit Puppen und Objekten sind bekanntlich vielfältig. Aber selten hat man ein Stück gesehen, in dem denkbar schlichte Materialien wie Papier oder Stoff so souverän die Oberhand gewinnen. Obwohl Antje Töpfer sich nicht hinter ihrem Material versteckt, entsteht in „3 Akte“ eine Magie, die die Figurenspielerin vor den Augen des Publikums mit dem Material verschmelzen und darin verschwinden lässt. Vermutlich erklärt sich die Dominanz des Materials dadurch, dass es sich dabei um „Reste“ aus vorherigen Stücken handelt, deren kreatives Potenzial noch nicht vollends ausgeschöpft war. Antje Töpfer sah sich also dazu veranlasst, die Materialien, ihre Beschaffenheit und Präsenz weiter auszuloten und diesen Prozess auch auf der Bühne zu erläutern. Diese Kommentarebene wird allerdings schnell zur Nebensache, wenn ein überdimensionierter grauer Mantel zunächst einen See aus weißem Papier einsaugt und am Ende eine halbnackte Frau ausspuckt … – Jury

 

Die diplomierte Figurenspielerin Antje Töpfer arbeitet als freiberufliche Theaterschaffende in verschiedenen Konstellationen. Künstlerisch in den Stuttgarter Wagenhallen beheimatet, ist sie mit ihren Arbeiten im In- und Ausland präsent. Sie fühlt sich der Entwicklung zeitgenössischer Formensprache im Figurentheater verpflichtet und erforscht so seit über zehn Jahren den Grenzgang zwischen animiertem Material und Körper. Ausgangspunkt für „3 Akte“ war ein dreimonatiges Stipendium des Goethe-Institutes Villa Kamogawa in Kyoto. Einer der grundlegenden Impulse ihrer künstlerischen Arbeit beschreibt Antje Töpfer zu Beginn der Inszenierung „3 Akte“: „Das ist nicht Nichts!“ In der Reduktion auf wesentliche Momente versucht sie dem Flüchtigen Gestalt zu geben.

 

„3 Akte“ hatte im Januar 2016 im FITZ!, Zentrum für Figurentheater Stuttgart, Premiere.

 

Foto: Luigi Consalvo.

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