:-Oz

von O-Team feat. Antje Töpfer, Fabian Hesse und Ha$i

Tag 2, Di 9.4.2019

20:30 – Uhr


Theater Rampe

3D-Plastik-Biohypermedia-Theater

Regie: Samuel Hof
Ausstattung: Nina Malotta
Bildende Kunst: Fabian Hesse
Musik: Ha$i
Figurenspiel, -bau: Antje Töpfer
Schauspiel: Folkert Dücker
Dramaturgie: Antonia Beermann
Sound, Video: Pedro Pinto
Produktion, Grafik: Markus Nießner

Foto Markus Nießner


Längst hat sich Lyman Frank Baums 1900 erschienenes Buch „Der Zauberer von Oz“ als Mitklatsch-Kinderstück zur Weihnachtszeit auf den Stadttheaterbühnen etabliert. Bilder der Verfilmung mit Judy Garland als Dorothy haben ihren festen Platz im kollektiven Bewusstsein. Die in Stuttgart ansässige Gruppe O-Team unternimmt in der Produktion „:-Oz“ gemeinsam mit der Figurenspielerin Antje Töpfer, dem Bildenden Künstler Fabian Hesse und dem Musiker HaŠi den Versuch, die Geschichte multimedial zu dekonstruieren. Die Gruppe bewegt sich mutig an der Grenze zur Parodie, wenn in einer „Kunsteinführung“  das Publikum umständlich mit der Materie vertraut gemacht wird, wenn das Talkshow-Format als didaktisches Künstlergespräch desavouiert wird. So wie in der literarischen Vorlage Welten ineinander krachen, erlebt das Publikum auf der Bühne ein Aufeinanderprallen mehrerer Kunstformen. Die Arbeiten der fiktiven Künstlerin Dorothy geben Anlass zu jeder Menge Fragen, darunter die, wie wirklich die Wirklichkeit überhaupt ist. Figurenspiel, Film, Video, Musik, Kunst, Spiel: Materialverschleiß und kontrolliertes Chaos – ein Gesamtkunstwerk 2.0. – Jury


:-Oz – Im Loop der Simulationen, auf halbem Weg zwischen realer Welt und dem großen Nichts; gleichzeitig tot und lebendiger. Hier, wo wir jetzt tätig sind, im schwangeren Monster der möglichen Zukünfte. Hier, wo globale Technowissenschaft alles zu einer gefügigen Masse verdaut. Hier, wo 3D-Drucker, ausgestattet mit den übernatürlichen Mächten von Plastik, noch-menschliche Vorstellungskraft in materielle Wirklichkeit kondensieren.

Wie können wir uns mit Fragen der digitalen Realität in einem analogen Medium wie dem Theater auseinandersetzen? Was passiert an der Schnittstelle zwischen physischer und virtueller Welt? Was wird ausgeblendet? Wie sieht die politische und ökologische Realität hinter den HighTech-Simulationen aus? Ausgehend von den Arbeiten der fiktiven Künstlerin Dorothy begibt sich O-Team auf die Suche nach einer künstlerischen Sprache um unsere von digitalen Bildern und errechneten Texturen überlagerte Gegenwart zu reflektieren. Durchsetzt von Motiven aus Lyman Frank Baums „Der Zauberer von Oz“ fragt das Projekt danach, wie sich unsere Wahrnehmung von Körpern und Biographien verändert. Wovon träumen virtuelle Körper? Welche Kräfte wirken auf sie? Können wir von Orten sprechen, wenn es keinen Boden gibt? Gemeinsam mit dem Bildenden Künstler Fabian Hesse, der Figurenspielerin Antje Töpfer und dem Musiker Ha$i entwickelt O-Team einen genreüberschreitenden Theaterabend zwischen Dokumentation, Diskussion und Musical, zwischen Aufführung Ausstellung und Performance, zwischen Realität und Simulation.

„Die Geschichte von :-Oz bemüht sich, ein modernisiertes Märchen zu sein, in dem Staunen und Freude bewahrt und Herzbeklemmungen und Alpträume weggelassen sind. Das alte Märchen, das Generationen gedient hat, wird jetzt als „historisch“ in der Kinderbibliothek geführt, denn die Zeit ist für eine Reihe neuerer „Wundergeschichten“ gekommen, aus denen die stereotypen Geister, Zwerge und Feen entfernt sind, zusammen mit all den schrecklichen und grauenerregenden Ereignissen, die sich ihre Autoren ausgedacht haben, um jeder Geschichte eine fürchterliche Moral zu verpassen.  L. Frank Baum, Vorwort zum „Zauberer von Oz“, 1900

„:-Oz“ hatte im Theater Rampe im Dezember 2017 Premiere.

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Seit 2005 produzierte O-Team über 20 Projekte in München, Stuttgart, Berlin, Jena, Darmstadt und Braga (Portugal) und bediente dabei ein weites Spektrum an theatralen Formen. Die Arbeiten wurden darüber hinaus auf zahlreichen Gastspielen und Festivals im In- und Ausland präsentiert. 2013 wurde „Ich bedanke mich für alles“ beim Festival Radikal Jung im Münchner Volkstheater prämiert. Bereits 2015 wurde die Arbeit „Lichtung“ mit dem Tanz- und Theaterpreis der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Bei 6 TAGE FREI erhielt sie außerdem den Kritikerpreis.

O-Team versteht sich als freie Gruppe der Darstellenden Künste, die gesellschaftspolitisch aktuelle Themen und Debattenfelder mit herausfordernden künstlerischen Formen verbindet und dabei bestehende Genres ständig erweitert – immersiv, poetisch und intellektuell.


Eine Produktion von O-Team in Kooperation mit dem Theater Rampe, FITZ! Stuttgart und Pathos, München. Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste, den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. (LAFT) sowie aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, durch die Stadt Stuttgart und den Bezirk Oberbayern. Mit freundlicher Unterstützung von Karle Recycling.

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