(This is) Cliff

von Marion Dieterle/DOSSIER 3-D-Poetry

Tag 4, Do 11.4.2019

19:00 – 20:00 Uhr


JES

Tanz, Animation

Karten

Konzept, Tanz, Choreografie, Bühnenbild, Animation: Marion Dieterle
Beratung: Anne Hirth
Musik: Ralf Freudenberger
Licht, Technik Martin Paret
Kostüm: Julia Stefanovici
Produktionsmanagement: Monika Kozaczka
Design, Foto: Peter Steinmetz
Filmdokumentation: Michael Straßburger
Foto: Frederic Lezmi, Britt Schilling


In (THIS IS) CLIFF spielt Marion Dieterle mit Fiktion, Wahrheit und potentieller Wahrheit. Das Resultat ist ein intimer, poetischer Abend mit großem Charme, der sich an der Schnittstelle von Tanztheater und Objekttheater bewegt. Mit kleinen Eingriffen werden Objekte immer wieder neu gedeutet. Durch klar gesetzte Positionen, ein projiziertes Wort, eine Lichtveränderung öffnen sich kleine Welten, wovon das Publikum mit Schmunzeln oder leichter Gerührtheit Zeuge sein darf. Ein anfangs sehr simples Zusammengehen von Wort und Bewegung bekommt durch kleine Verschiebungen auf einmal Tiefe und Komplexität.

Die charmante Präsenz der Performerin trägt dazu bei, dass man bei den sich permanent verändernden Wahrheiten das Gefühl hat manipuliert zu werden. Ohne Druck ist man dazu aufgefordert, sich mit den verschiedenen Möglichkeiten auseinander zu setzen.

Schlicht, intelligent, charmant. – Jury


Eine Frau sieht aus dem Fenster.
Hat ihr Mann sie verlassen? Ist sie wirklich in der Ukraine geboren?
Und wie heißt ihr Hund?

Wie wird Wahrnehmung manipuliert und somit das, was wir über eine Person oder eine Situation denken? Spielt es eine Rolle zu wissen, ob eine Frau Mutter ist, ob sie keinen Job hat, ob ihr Zuhause von Wüste oder Obstbäumen umgeben ist? Den Dschungel aus Zuschreibungen, Interpretationen, Wirklichkeit, Fiktion und Manipulation, dem wir täglich ausgesetzt sind, holt die Kölner Tänzerin Marion Dieterle mittels Tanz, Text und handgemachten Animationen auf die Bühne und verstrickt uns, unterstützt durch den Soundtrack von Ralf Freudenberger, mit System und wohltuend skurrilem Humor in ein Netz dessen, was wir glauben sollen und wollen.

www.dossier3-d-poetry.de

Premiere hatte (THIS IS) CLIFF im Januar 2018 im E-Werk Freiburg. Weitere Vorstellungen gab es außerdem in den ehrenfeldstudios köln.


Unter dem Label „DOSSIER 3-D-Poetry“ produziert Marion Dieterle seit 2006 eigene choreografische Arbeiten, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema der Körperlichkeit in sozialen Räumen des Zeitgeschehens auseinandersetzen. Mit soziologischem Feinsinn, performativ und zugleich spielerisch, verwebt sie Wahrnehmungsmuster von Körper und Raum mit gelebten und konstruierten Kategorien des Selbst und seiner Umgebung. Sie spielt damit, ‚zwei-dimensionale’ Ideen, Zeichnungen und Skizzen als Objekte, Projektionen und/oder Sound in den drei-dimensionalen (Tanz-) Raum zu überführen.

In ihrer Arbeit als Choreografin geht es Marion Dieterle darum, den Tanz als Medium zu begreifen. Sie forscht nach einer Bewegungssprache, die auf ihre besondere Art Inhalte transportiert, die der Zuschauer verstehen kann ohne sie in eine andere ‚Sprache’ übersetzen zu müssen. Ihre Werke führen den Zuschauer in eine zugleich vertraute und dennoch befremdliche Welt. Sie sind stets in der Realität verankert, aus der heraus sie die ihnen eigene Abstraktion der Wirklichkeit entwickeln. Ihre choreografischen Werke entstehen in enger Zusammenarbeit mit dem zeitgenössischen Musiker und Komponisten Ralf Freudenberger.

Das Stück FLEISCH UND PUPPEN wurde für den Kölner Tanz- und Theaterpreis 2012 nominiert. Mit MOVING HOME machte sie beim MAD Festival Köln 2013, dem Festival tanz nrw 2015, now & next im tanzhaus nrw Düsseldorf, first steps – der Festivalreihe der Fabrik Heeder in Krefeld sowie bei tanz.punkt Köln als vielversprechende Nachwuchs-Choreografin auf sich aufmerksam. Kontinuierliche nationale Kontakte bestehen besonders in Baden-Württemberg wie z.B. zur Tanzbiennale Heidelberg, dem Frauenperspektiven Festival Karlsruhe 2015, dem Internationalen Tanz- und Theaterfestival Freiburg und dem E-WERK Freiburg.


Die Produktion wird gefördert durch die Bezirksregierung Köln, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus den Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und das Kulturamt der Stadt Köln. Mit freundlicher Unterstützung durch ehrenfeldstudios Köln, E-Werk Freiburg, Association Château de Monthélon und iDAS nrw.

Besonderer Dank an das Team der ehrenfeldstudios e.V. Köln, Florian Patschovsky, Wolfgang Pütz und die Sandweg WG.

 

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