Unsicht Bar

Choreografie und Tanz: Laura Albrecht

Film: Astrid Bischofberger

Sopranistin: Lydia Eller

Physical Theatre: Miriam Lemdjadi

Choreografie und Tanz: Rica Lata Matthes

Geschichtswissenschaft: Angela Siebold

In der Unsicht Bar werden Bedürfnisse gestillt. Parallelwelten erkundet. Welten werden zusammenbrechen, neue werden entstehen. In der Unsicht Bar residieren sechs Künstlerinnen, die Mütter sind, oder sechs Mütter, die Kunst schaffen – je nach Perspektive. Aus diesen Parallelwelten eine zu machen oder sie zumindest miteinander zu verbinden, sichtbar zu machen, das soll in der Unsicht Bar gelingen. Oder doch viel mehr? Die Residenz neu erfinden, Strategien entwickeln und Utopien umsetzen? Ihre Kinder als Teil des Prozesses sehen oder doch lieber gut betreut? Ob sie die Performance wirklich vollenden oder doch etwas dazwischen kommt? 

 

Statement von Residenz-Kurator Nikola Duric:
„Die Erfinderinnen der Unsicht Bar drehen die beiden Orte Heim und Arbeit einfach um. Ich freue mich auf das Gewusel auf dem Tanzboden und die Choreografien mit dem Baby-Björn und beglückwünsche die Rampe zu diesem wichtigen Projekt, das wegweisend sein kann für die Zukunft künstlerischer Arbeit mit Familie. Ein Projekt mit politischer und gesellschaftlicher Strahlkraft.“

Statement von Residenz-Kuratorin Yolanda Gutiérrez:
„Das Projekt macht den Alltag von Mütter_Künstlerinnen gut sichtbar. Es skizziert und wirft Fragen auf, wie sie Strategien entwickeln können, um beidem gerecht zu werden. Die Festival-Residenz ermöglicht es den Müttern, eine Kollaboration einzugehen, den Blick zu öffnen und sich künstlerisch weiterzuentwickeln. Dabei beziehen sie den Raum sehr gut in ihre Überlegungen mit ein. Die Beteiligung des Publikums ermöglicht es, den privaten Raum zu durchleuchten. Die Gruppe stellt sich die Frage: Mutterschaft und Kunst zu vereinen, als Künstlerin sichtbar zu bleiben, trotz neuer Lebensbedingungen – geht das?“

Statement von Residenz-Kuratorin Eva-Maria Steinel:

„Was es bedeutet, Mutter und freie Künstlerin oder Wissenschaftlerin sein, kann meines Erachtens gar nicht oft genug diskutiert werden. Auch die freie Szene ist nicht frei von Vorbehalten und in vielen Fällen weit davon entfernt, gute Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu bieten. Insofern kann die Arbeit der Gruppe eine wichtige Impulswirkung für ein Festival der freien darstellenden Künste haben. Sie nimmt den Aufruf zu neuen Verwandtschaften und Verbindungen ernst und sucht den Schulterschluss zwischen Tanz- und Theaterbetrieb, Wissenschaft und Film. Dabei finde ich es besonders spannend, dass in der Auseinandersetzung mit dem Thema nicht nur ein kreativ bespielter, sondern auch ein sozialer Raum entstehen soll. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis.“


Das Team:

Laura Albrecht (Choreografie und Tanz, Karlsruhe) studierte Theaterpädagogik an der Hochschule Osnabrück, danach sammelte sie Berufserfahrung am Westfälischen Landestheater und als freiberufliche Theaterpädagogin. Sie spezialisierte sich im Bereich Körperausdruck durch Weiterbildungen im Bereich Physical Theatre und absolvierte eine Ausbildung zur Bühnentänzerin an der Professional Dance Academy in Stuttgart. Sie erwartet ihr erstes Kind. lauraalbrecht.com

Astrid Bischofberger (Film, Freiburg) ist selbständige Video-Produzentin und sieht ihre Aufgabe darin, einer Persönlichkeit auf den Grund zu gehen, sie zu verstehen und das Beste aus ihr herauszuholen, eine neue Geschichte in Bildern zu erzählen. Gelernt hat sie das zunächst als freie Reporterin für eine Tageszeitung und später als freie Hörfunkjournalistin und Autorin für den SWR, verschiedene andere ARD-Sender sowie die Deutschlandradios DLF und DLR in Köln und Berlin. Das Filmen hat sie in der Akademie der Bayerischen Presse in München gelernt. Sie ist Mutter von drei Kindern. dieclipfabrik.de

Lydia Eller (Sopranistin, Karlsruhe) Die österreichische Sopranistin begann ihre Ausbildung an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz bei Cornelia Prestel und schloss sie nach ihrem Bachelor Oper und Bachelor Gesangspädagogik mit einem Master Oper bei Stephan Kohlenberg an der HfM Karlsruhe ab. Es folgten zwei Jahre als Mitglied im Opernstudio des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. Lydia Eller ist als Konzert- und Liedsängerin aktiv und als Gesangspädagogin und Kinderchorleiterin tätig. Sie ist Mutter von zwei Kindern. lydiaeller.de

Miriam Lemdjadi (Physical Theatre, Heidelberg) arbeitet seit 2013 als selbstständige Regisseurin, Performerin und Theaterpädagogin. Dabei bewegt sie sich zwischen Physical Theatre, performativem und Figurentheater. Im Sommer 2018 war Miriam Lemdjadi als Performerin in „Soft variations“ der Choreografin Sonya Lindfors beim Theaterfestival Schwindelfrei in Mannheim zu sehen. Seit 2018 lebt und arbeitet sie in Heidelberg und ist Teil der Saadia&Siglinde Companie, deren erste Produktion „Fossilien“ 2019 im Heidelberger TIKK Theater Premiere hatte. Sie ist Mutter von zwei Kindern. miriamlemdjadi.de

Rica Lata Matthes (Choreografie und Tanz, Freiburg) ist seit 2009 freischaffende Tänzerin, Dozentin und Choreografin mit Fokus auf Neuem Tanz. Sie wurde u.a. mit dem Innovationspreis des Fond Soziokultur, den Bundespreisen Kulturelle Bildung und „Rauskommen“ ausgezeichnet. Matthes komponiert generations- und spartenübergreifende, inklusive, internationale Performanceprojekte. Intuition, Authentizität und Natürlichkeit charakterisieren ihre Tätigkeit als Dozentin wie auch den Tanz als Kunstform. Die Metamorphose von Laienhaftem, Alltag, Spielregeln, Sprache und Konditionierung sind für sie Inspiration und Motor. Sie ist Mutter von zwei Kindern. com-dance.de

Angela Siebold (Geschichtswissenschaft, Heidelberg) Dr. phil., geb. 1981, ist Zeithistorikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Darüber hinaus engagiert sie sich im Bereich der Public History und der historischen Bildungsarbeit. Ihre thematischen Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind die Beziehungen zwischen West- und Osteuropa, die europäische Migrationsgeschichte im 20. Jahrhundert sowie die Geschichte der europäischen Integration. Sie ist Mutter von drei Kindern.