52 Hertz

Zuhause-Theater von Anna Gohmert, Anna-Kirstine Linke, Nikolai Prawdzic (Stuttgart/Berlin/Zürich)

Text, Regie: Anna-Kirstine Linke

Dramaturgie: Nikolai Prawdzic

Bühne: Anna Gohmert

 

52 Hertz, kommt per Post zu Ihnen nach Hause. Am Vorstellungstag um 21 Uhr wird Ihre Küche zur Bühne, zum Startpunkt einer Reise. Sie löschen das Licht und öffnen das Kuvert: In Ihrer Küche beginnen tektonische Verschiebungen, eine Suche nach dem Unmöglichen im Möglichen und nach der Verbindung vom Ich zum Du. Welche Form von Begegnung schafft ein Brief? Welche Form von Gemeinschaft entsteht, wenn wir zwar nicht im Theatersaal zusammenkommen können, so doch aber zur selben Zeit, in ähnlichen Räumen, mit der gleichen Post, zum gemeinsamen Theatererleben und mit einer ganz besonderen Kraft im Gepäck: der Vorstellungskraft? 52 Hertz ist ein Versuch einer Begegnung auf Distanz und ein Plädoyer für die verändernde Kraft des Theaters.


Das Team:

Anna Gohmert (1983) lebt und arbeitet in Stuttgart. Sie beschäftigt sich mit der Verstrickung des Individuums, den Herausforderungen und Offenbarungen des Lebens. Mit den Medien Text, Video, Fotografie, Installation und Performance – meist in Kombination – reflektiert sie ihr Verhältnis zur Welt. Gohmert schloss ihr Studium in Bildender Kunst als Meisterschülerin ab. Ihre künstlerische Arbeit stellt sie nicht nur aus, sondern hält ebenso Unterrichten und Vermitteln für eine wertvolle kulturstiftende Praktik. In wieweit verhält sich Kunstproduktion zu dem Potential von Kunst innerhalb der Gesellschaft. 

Anna-Kirstine Linke (1992) studierte Philosophie-Künste-Medien in Hildesheim, anschließend Regie an der HfMT in Hamburg und an der ZHdK in Zürich. Sie arbeitet gemeinsam mit der Psychologin Hannah Lesser zu Probenstrukturen und Kommunikationsmethoden in künstlerischen Prozessen. Mehrere Langzeitstudien beschäftigten sich u.a. mit dem Thema Körper. Zu ihren letzten Arbeiten zählten dokumentarische Arbeiten, aber auch die Inszenierung von „Schatten (Eurydike sagt)“ von Elfriede Jelinek, ein Escape Room und die biografische Arbeit „Familienfest oder wie man einen Goldfisch schluckt“. Seit 2018 verbindet sie in ihrer Zusammenarbeit mit dem Figurenspieler Marius Alsleben biografisches Arbeiten und Figurentheater. Sie ist Stipendiatin der Studienstiftung, Preisträgerin beim Treffen junger Autor*innen, Mentee beim Performing Arts Programm Berlin von Nina Peters. 

Perspektiven, künstlerische Traditionen, geografische Kontexte und Sprachräume fließen in die Arbeit des Duos ein. Rafi Martin und Laia Ribera Cañènguez entwickeln ihre Materialperformance zwischen Deutschland, Frankreich und Zentralamerika. Daraus entsteht eine polyphone künstlerische Begegnung. Das Duo interessiert sich für die Überschneidungen von Feminismus, Migration, Symbolen und Institutionen. Sie entwickeln intersektionale Diskurse und Ästhetiken mit dem Schwerpunkt biografisches Theater und performatives Figurentheater.  Nikolai Prawdzic (1989) ist als Dramaturg tätig und Teil des Theaterkollektivs SHIFT. Er arbeitete als Regieassistent am Schauspielhaus Zürich sowie als Dramaturgieassistent am Luzerner Theater. Neben seiner künstlerischen Arbeit ist er auch politisch aktiv und leitete unter anderem als Politischer Sekretär und Mediensprecher mehrere Kampagnen zu nationalen Volksabstimmungen. Er hat Studienabschlüsse in Soziologie und Dramaturgie.