hands on aids

Performance und Installation von Frisch & Schick (Stuttgart/Mannheim)

Regie, Performance: Sebastiano Sing 

Choreografie, Performance: Robyn Hugo Le Brigand 

Videoinstallation: Timo Kleinemeier 

Performance: Karimael Buledi, Helena Dadoku 

Kostüm: Aziz Rebar

Künstlerische Leitung, Performance: Jasmin Schädler  

Künstlerische Leitung, Performance, Musik: Johannes Frick

 

In Kooperation mit AIDS-Hilfe Stuttgart und InterAKT Initiative. Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart und die Stiftung Landesbank Baden-Württemberg.

 

In diesem Hybrid aus Party, Konzert, immersiver Performance und Installation setzen sich Frisch & Schick mit dem Thema HIV- und AIDS-Prävention auseinander, mit der Geschichte der Krankheit und ihrer Auswirkung auf Psyche und Gesellschaft. Die textliche Grundlage bilden „Dem Freund, der mir nicht das Leben gerettet hat“ des französischen Schriftstellers Hervé Guibert, die vierteilige Abhandlung über „Sexualität und Wahrheit“ von Michel Foucault sowie popkulturelle Erzeugnisse von Künstler*innen, die an HIV erkrankt oder an den Folgen von AIDS gestorben sind, und selbstverfasste Texte. Die Arbeit bringt verschiedene Herangehensweisen und Formen der Auseinandersetzung mit HIV/AIDS an einen gemeinsamen Ort zusammen, den die Künstler*innen ausgestalten.

Jasmin Schädler, bildende Künstlerin, Regisseurin und Performerin, und Johannes Frick, Musiker und Schauspieler, bilden das Duo Frisch & Schick und laden in Kostümen des Designers Aziz Rebar zu einer Konzertperformance ein. Karimael Buledi, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Aidshilfe Stuttgart (AHS), ist mit einer eigenen Performance beteiligt sein, das Performer*-Paar Sebastiano Sing (Performancekünstler) und Robyn/Hugo Le Brigand (Tänzer) aus Wien mit einer performativen Arbeit, die Aktivistin Helena Dadoku mit einer Installation und der Medienkünstler Timo Kleinemeier mit einer Videoinstallation.

Eingeladen sind alle, die HIV und AIDS nicht mehr als Schreckgespenst sehen wollen, sondern als Teil unserer Gesellschaft mit dem wir lernen müssen umzugehen. Die Veranstaltung richtet sich an Personen ab 16 Jahren.

 

6 TAGE FREI-Kurator Mazlum Nergiz: 

„Wer in die Archäologie des Begehrens abtaucht, findet kranke und verdammte Körper. Wer begehrt, wird bestraft. In einem Interview mit dem Playboy von 1984 mutmaßte die Schauspielerin Joan Collins: “Herpes and AIDS have come as the great plagues to teach us all a lesson. It’s like the Roman Empire. Wasn’t everybody running around just covered in syphilis? And then it was destroyed by the volcano.“

Der Körper, immer eine ständige Gefahr: Egal, dass ich vielleicht mal ein vergangener Gesunder war, immer bin ich potenziell krank, immer potenziell positiv, mein Sex immer schon krank, krank und gesund, krank oder gesund, der ganze Körper potenziell ein krankes Risiko.

Über die Geschichte und Bilder nachzudenken, die der Kampf gegen AIDS ausgelöst hat, beinhaltet auch immer die Aufgabe, den nachweisbaren und unsichtbaren Spuren der Paranoia und Lust, die sich in unseren Köpfen, Schwänzen und Ärschen abgesondert haben, zu folgen: Wie gefährlich ist mein Sex? Oder anders: Wie gefährlich ist die Gesellschaft, die mich sterben lässt? hands on aids ist eine multiperspektivische Libertinage, die verlorengegangene und zeitgenössische Narrative in ihrer Komplexität entfaltet.“


Das Team:

Johannes Frick (1987) und Jasmin Schädler (1989) kennen sich bereits seit dem Studium an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Nachdem sie im Rahmen eines Szenenstudiums erste Arbeitserfahrungen miteinander gesammelt hatten, spielte Johannes Frick als Darsteller in Jasmin Schädlers Regieabschlussarbeit „Frau mit Landschaft, 2016“, einem immersiven Performance-Projekt im Saunabereich des alten Jugendstilbads in Ludwigsburg. Die beiden Künstler*innen stehen seitdem stets im Austausch miteinander und beraten sich gegenseitig für künstlerische Projekte.  Johannes begann 2018 sein Masterstudium an der Popakademie in Mannheim und konzentriert sich verstärkt auf musikalische Projekte.

Jasmin Schädler (1989) absolvierte nach einem Aufenthalt an der Akademie Schloss Solitude ein Masterstudium am Dutch Art Institute und verlagerte ihre Arbeitsweise mehr in Richtung Installation und Performance. Die Idee für hands on aids entwickelten die beiden Künstler*innen bereits 2018. Beide beschäftigt die Auseinandersetzung mit HIV/AIDS bereits seit ihrer Kindheit. Die Künstler*innen gehören der ersten Generation an, für die das HI-Virus und dessen Folgen eine schon immer dagewesene Lebensrealität sind. Ausgehend von dieser Position gestalten sie den Abend hands on aids gemeinsam mit ihrem Team.