Haus der Antikörper: Cocooning /kəˈkuːnɪŋ/

Tanzfilm von backsteinhaus produktion

ein Film von backsteinhaus produktion 

Regie/Choreografie: Nicki Liszta 

Komposition/Musik: Heiko Giering 

Projektleitung/Planung: Isabelle von Gatterburg 

Dramaturgie: Tobias Tönjes 

Video/Schnitt: Christopher Bühler 

Ausstattung: Annatina Huwiler 

Performance: Chloé Beillevaire, Steven Chotard, Heiko Giering, David Ledger, Andreia Rodrigues, Ferdinand Roscher, Monika Roscher 

 

Eine Koproduktion von backsteinhaus produktion, Theater Rampe und Theater Lübeck. Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes im Fonds Doppelpass, dem Innovationsfonds Kunst und Kultur des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und der LBBW Stiftung. 

 

In Cocooning /kəˈkuːnɪŋ/ bringt das Virus sein süßes Gastgeschenk in den Keller, wo eine Niere einsame Schwerarbeit leistet. Im Badezimmer ringt die erschöpfte Lunge um Luft und im Wohnbereich hält sich ein Uterus stets empfangsbereit. Das Herz pocht und gibt den anschwellenden Rhythmus einer Wiederbelebung vor. Von Raum zu Raum und Organ zu Organ stößt das Virus Türen auf und Zirkulation an. Die Bewohner*innen des Haus der Antikörper deuten die Pandemie um und mutieren in resistente Antikörper. Sie lassen sich erleichtert ein, wenn es krankmachende Normen und Gewohnheiten zersetzt. Dieses Virus bringt dem Organismus weder Krankheit noch Tod, sondern – ganz im Gegenteil – Heilung. Diese Pandemie verhängt eine Quarantäne über die Gesellschaft, die vorangegangene Zeiten des Stillstands und der Isolation überwindet, und den Start in eine schöne neue Welt bedeutet. 

HAUS DER ANTIKÖRPER war als Live-Performance auf fünf Simultanbühnen für ein zirkulierendes Publikum geplant. Durch den Einbruch eines Virus und den Ausbruch einer Pandemie konnte dieses Konzept nicht umgesetzt werden. Vielmehr war es für alle geboten, zu Hause zu bleiben und so verständigten sich die Beteiligten online. Unter Einfluss der geltenden Hygienestandards probten Tänzer*innen und Musiker*innen in ihren Wohnungen in Stuttgart, Antwerpen, Richmond, Marseille, Weinstadt und München. Mit ihren Mobiltelefonen, teils mit Unterstützung ihrer jeweiligen häuslichen Gemeinschaften, drehten sie viele Szenen selbst. So entstand der Film Cocooning /kəˈkuːnɪŋ/.


Das Team:

Die künstlerische Leitung von backsteinhaus produktion sind Nicki Liszta (Choreografie und Regie), Heiko Giering (Musikalische und Technische Leitung) und Isabelle Gatterburg (Verwaltung, Künstlerische Mitarbeit und Tanz). Dieses Kernteam arbeitet zusammen mit einem etablierten Netzwerk von Tänzer*innen, Musiker*innen, Ausstatter*innen, Techniker*innen, Dramaturg*innen, Filmkünstler*innen u.a. sowie mit wechselnden Gastkünstler*innen. Die Arbeiten mit einer eigenwilligen und interdisziplinären Formsprache befinden sich an der Schnittstelle zwischen zeitgenössischem Tanz und Theater. Künstlerisch entwerfen sie gerne absurde Welten mit einer authentischen, unmittelbaren, oft immersiven Ästhetik im Übergang zwischen Tanz und Performance. backsteinhaus produktion arbeiten an der Erzählung im Tanz, experimentieren mit ortsspezifischen Arbeiten, mit dem Wechsel zwischen Außen- und Innenräumen, mit inszenatorischen Überschreibungen im urbanen Leerstand. Die fremde Geschichte des architektonischen Umfelds, des spezifischen Kontexts begegnet den suggestiven Fiktionen im Tanz. Thematisch reflektieren sie Bilder aus dem aktuellem Zeitgeschehen und Diskursen kontrovers und entwickelt dafür groteske Zerrbilder unserer Gesellschaft zwischen Pathos und Komik. 

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