Kammerspiele (ehemals: Zoom)

Performance von Julie Jaffrennou /Compagnie LaPerformance (Freiburg)

Performer*innen: Alice Gartenschläger, Olivia Maridjan-Koop, Tjadke Biallowons, Victor  Calero u.a.

Künstlerische Leitung: Julie Jaffrennou 

Dramaturgische Begleitung: Olivia Maridjan-Koop 

Produktionsleitung: Joke Colmsee, Tjadke Biallowons 

Lichtdesign: Natalie Stark 

 

Die Trilogie Obeying Life erhält zwischen 2019 und 2021 Konzeptionsförderung der Stadt Freiburg.

 

Die Compagnie LaPerformance untersucht in ihrer Trilogie Obeying Life in symbolisch verdichteten Bildern menschliche Verfasstheiten innerhalb eines beschleunigten, leistungsorientierten, zeitgenössischen Lebens. 

Im Mittelpunkt von Kammerspiele, dem zweiten Teil der Trilogie, steht der*die Einzelne und die allgegenwärtige Sehnsucht nach zwischenmenschlicher Resonanz. Die Performance zoomt auf das Innere der kleinsten Einheit aller Organismen: die Zelle – skalierbar von der organischen auf die soziale Wirklichkeit. Der*die Einzelne, das Paar, die Familie haben die Erfahrung gemacht, in ihren Zellkammern von anderen Einheiten isoliert zu sein. In diesen Kammern findet Entwicklung statt, sowohl regenerativ als auch degenerativ. Die Kompanie untersucht verschiedene Aspekte dieses Zustandes. 

Innerhalb des Körpers sind alle Zellen miteinander verbunden. Ein Mensch ist eine Einheit, sein organischer Zustand beeinflusst sein Handeln. Deutlich wird, dass auch die Kammern der einzelnen menschlichen Existenzen zusammenhängen und gemeinsam einen Organismus, eine Gesellschaft bilden. 

6 TAGE FREI-Kuratorin Beata Anna Schmutz:

„Julie Jaffrennou und die Performer*innen der Compagnie LaPerformance deklinieren in ihren Performances präzise Bewegungsabläufe des menschlichen Körpers. Sie nutzen seine Möglichkeiten in bemerkenswerter Ausführung für eine Studie, in deren Fokus Frauen und ihre Leistungen stehen. Die künstlerische Erforschung des weiblichen Körpers nimmt hier die Tradition des femininen Performativen auf, um diese innovativ und in kritischer Auseinandersetzung weiterzuführen.
Wir sind Zeug*innen körperlicher Reaktionen, die durch die Nähe zu den Performenden unmittelbar spürbar sind. Die assoziativen Eindrücke spielen mit unserem kollektiven Bildgedächtnis, verbinden das System mit dem Individuellen. Die Synchronisation der gemeinsamen Bewegung und der Moment des individuellen Ausbruchs sind in eine detaillierte Dramaturgie eingebettet, die durch das komplexe Spiel mit Materialien wie Erde oder Fleisch und der sich verändernden Körperlichkeit entsteht.
In der Kammerspiele nimmt sich das Kollektiv vor, die kleinsten Strukturen des Körpers und gesellschaftliche Mechanismen, in denen sie funktionieren, zu untersuchen: Körperzelle, Familie, Beziehung.Wir freuen uns sehr auf diese neu zu erforschenden Bilder, die das Kollektiv erschaffen wird!“


Das Team: 

Die Compagnie LaPerformance wurde 2016 unter der Leitung der Performancekünstlerin Julie Jaffrennou gegründet. Neben ihr gehören die Tänzerinnen Alice Gartenschläger und Olivia Marijan-Koop sowie die Schauspielerin Tjadke Biallowons zum Kernteam. Sie suchen nach Erfahrungsräumen für Performer*innen wie Zuschauer*innen. Dazu brechen sie althergebrachte Rezeptionsweisen auf und integrieren das Publikum in den zu bespielenden  Raum – ob Theater, Museen, Kirchenräume oder öffentlicher Raum.

Im ersten Teil der Trilogie „Obeying Life“ konfrontierten sich neun Tänzerinnen mit 10 Tonnen Erde und nutzten die frontale Bühne für eine offensiv ans Publikum gerichtete Performance; ein kollektives Raumerlebnis für die Woche der Stille (Ludwigskirche, Freiburg), in dem 100 Zuschauer*innen in einem unbestuhlten Kirchenraum aktiv an der Performance teilnehmen konnten.