Zerbrechlichkeit und andere Geschichten

Performance von Julie Jaffrennou /Compagnie LaPerformance (Freiburg)

Datum: Sa 1.5.2021

Uhrzeit:20:30Uhr

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Performer*innen: Salim Ben Mammar, Tjadke Biallowons, Alice Gartenschläger, Olivia Maridjan-Koop, Michael Schmitter

Künstlerische Leitung: Julie Jaffrennou 

Kostüme: Katja Weeke

Produktionsleitung: Joke Colmsee 

Produktionsassistenz: Malika Scheller

Audio-Programmierung/Komposition: Ephraim Wegner

Bühnenbild: Ronald Dörfler

Lichtdesign: Natalie Stark 

In Koproduktion mit dem E-WERK Freiburg e.V. und 6  tage frei.
Gefördert durch das Kulturamt Freiburg, den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, mit freundlicher Unterstützung des E-Werk Freundeskreises.

 

Zerbrechlichkeit und andere Geschichten ist der zweite Teil der Trilogie „Obeying Life“. Nach dem ersten Teil „Out of Order“ (2019), in dem nach übergeordneten Strukturen eines Gesellschaftssystems gefragt wurde, steht nun der*die Einzelne und die allgegenwärtige Sehnsucht nach zwischenmenschlicher Resonanz im Fokus.

In separierten Kammern werden parallel Einblicke in verschiedene Lebensfragmente gewährt. Durchtränkt von Erinnerungen an Kindheit, Jugend, Elternschaft und Alter tauchen die Protagonist*innen in ihre inneren Welten ein. Das Publikum wird durch die Kammern geführt und damit Zeuge von Momentaufnahmen. Diese sind geprägt von un-/möglichen Begegnungen, von Einsamkeit, Liebe, Gewalt und dem unendlichen Bedürfnis nach Sein. Eine mögliche Gesamterzählung entsteht durch die persönlichen Assoziationen der Zuschauenden, denn die Kammern bilden, ähnlich wie Zellen in einem organischen Körper, durch Raum und Zeit einen Gesamtorganismus.

 

6 TAGE FREI-Kuratorin Beata Anna Schmutz:

„Julie Jaffrennou und die Performer*innen der Compagnie LaPerformance deklinieren in ihren Performances präzise Bewegungsabläufe des menschlichen Körpers. Sie nutzen seine Möglichkeiten in bemerkenswerter Ausführung für eine Studie, in deren Fokus Frauen und ihre Leistungen stehen. Die künstlerische Erforschung des weiblichen Körpers nimmt hier die Tradition des femininen Performativen auf, um diese innovativ und in kritischer Auseinandersetzung weiterzuführen.
Wir sind Zeug*innen körperlicher Reaktionen, die durch die Nähe zu den Performenden unmittelbar spürbar sind. Die assoziativen Eindrücke spielen mit unserem kollektiven Bildgedächtnis, verbinden das System mit dem Individuellen. Die Synchronisation der gemeinsamen Bewegung und der Moment des individuellen Ausbruchs sind in eine detaillierte Dramaturgie eingebettet, die durch das komplexe Spiel mit Materialien wie Erde oder Fleisch und der sich verändernden Körperlichkeit entsteht.
Hier nimmt sich das Kollektiv vor, die kleinsten Strukturen des Körpers und gesellschaftliche Mechanismen, in denen sie funktionieren, zu untersuchen: Körperzelle, Familie, Beziehung. Wir freuen uns sehr auf diese neu zu erforschenden Bilder, die das Kollektiv erschaffen wird!“


Das Team: 

Die Compagnie LaPerformance wurde 2016 unter der Leitung der Performancekünstlerin Julie Jaffrennou gegründet. Neben ihr gehören die Tänzerinnen Alice Gartenschläger und Olivia Marijan-Koop sowie die Schauspielerin Tjadke Biallowons zum Kernteam. Sie suchen nach Erfahrungsräumen für Performer*innen wie Zuschauer*innen. Dazu brechen sie althergebrachte Rezeptionsweisen auf und integrieren das Publikum in den zu bespielenden  Raum – ob Theater, Museen, Kirchenräume oder öffentlicher Raum.

Im ersten Teil der Trilogie „Obeying Life“ konfrontierten sich neun Tänzerinnen mit 10 Tonnen Erde und nutzten die frontale Bühne für eine offensiv ans Publikum gerichtete Performance; ein kollektives Raumerlebnis für die Woche der Stille (Ludwigskirche, Freiburg), in dem 100 Zuschauer*innen in einem unbestuhlten Kirchenraum aktiv an der Performance teilnehmen konnten.