3 TAGE FREI — The Art of Protest
Mit THE ART OF PROTEST eröffnet 3 TAGE FREI seine komprimierte Ausgabe mit einer vielstimmigen Revue aus künstlerischen Interventionen, Reden und diskursiven Momenten.
Die Freie Tanz- und Theaterszene Stuttgart gUG (FTTS) hat im Rahmen eines Open Calls Künstler*innen aus Baden-Württemberg eingeladen, performative Beiträge zu entwickeln: pointiert, präzise, maximal acht Minuten lang. Gesucht wurden Arbeiten, die Protest nicht nur thematisieren, sondern als künstlerische Praxis begreifen – als Haltung, Risiko, Zuspitzung und solidarische Geste.
Entstanden ist ein Abend, der sich an der politischen Tradition der Revue orientiert: Zwischen Grußworten und Festivalauftakt, Musik- und Wortbeiträgen, entfaltet sich eine Abfolge kurzer performativer Setzungen.
Sieben ausgewählte Beiträge – vier aus Stuttgart, drei aus Baden-Württemberg – bilden gemeinsam eine kollektive Eröffnungsgala. Die Auswahl erfolgte per Losverfahren und macht die Vielfalt der Freien Szene sichtbar.
Glückwunsch den ausgewählten Artists!
Yahi Nestor Gahe & Dorothea Lanz
In »Le Vide« von Yahi Nestor Gahe und Dorothea Lanz begegnet Tanz der Sprache und Sprache dem Tanz. Die Bewegung ist dabei stetig. Leere. Menschen verstummen. Sie schweigen. Volles Schweigen – entleertes Schweigen. Monströs ist, wofür man keine Worte mehr findet. Widerstand braucht Halt im Kollektiv.
Alessandro Giaquinto
Der in Stuttgart lebende Choreograf und Performer Alessandro Giaquinto arbeitet zwischen Tanz, Performance und Schreiben. Bei The Art of Protest zeigt er »NULL«, ein reduziertes Solo über die radikale Geste der Stille.
Ronja Schweikert, Micha Schlüter & Viktoria Kasprik // We Disappear
Husch husch, sind die fort? Drei Künstler:innen suchen mit Musik, dem Tod und einem Staubsauger nach der (Auf)lösung. Ein absurder, poetischer Protest gegen das Unsichtbarwerden, das Verschwinden und das Auflösen von Identität.
Dahab Paulos & Muna Hassaballah // African Art Atelier Stuttgart
»Ubuntu. Ich bin, weil Du bist.« Wie sieht eine Welt aus ohne Kunst und Kulturarbeit? Und was bedeutet das für Werte wie Gemeinschaft, Menschlichkeit und Mitgefühl? In Zeiten der Zersplitterung, sowie Kürzungen für Kunst und Kultur ist Zusammenhalt und gegenseitiges Empowerment nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch ein Akt des Weiterlebens. In dieser Performance macht das African Art Atelier Stuttgart die afrikanische Philosophie Ubuntu erlebbar: über Performances, Storytelling und neuen Gedanken, wie es weiter gehen kann.
PUNKAKADEMIE Mannheim
Drei Akkorde. Widerstand. Flinta* ins Rampenlicht! Das ist die PUNKAKADEMIE Mannheim, ein Projekt der freien Musiktheatergruppe glanz&krawall und dem Stadtensemble des Nationaltheaters Mannheim. Laut, mit Wut und Solidarität.
Kollektiv Mütterkünste
Willkommen im öffentlichen Raum, welcome to the Underground Company, ihre Begleitgesellschaft für sichere Wege und aufrechte Haltungen. Das intersektional feministische Kollektiv Mütterkünste beschäftigt sich mit gesellschaftspolitischen Themen und bearbeitet diese künstlerisch. We take care.
Leonardo Rodrigues
Leonardo Rodrigues begegnet dem Tanz als einer Alchemie aus Spannung, Rhythmus, Stille und Energie, in der sich kulturelle Erinnerung über die Zeit in Schichten im Körper ablagert. In »Re:Befreiung« wird der sich verwandelnde Körper zum Protest. Wenn Prekarität hier neu erscheint – was kann von Körpern gelernt werden, die seit Generationen damit leben?







